Die Stauden Stade Gartentipps

Wurzeldruck bei Baum-Unterpflanzungen

Gärten mit bereits gewachsenem Baumbestand sind der Wunsch vieler Gartenbesitzer. Doch bringt das auch Probleme mit sich. Bäume mit dichten Dachkronen lassen kaum Licht und Regen durch, so dass zu ihren Füßen erschwerte Standortbedingungen für andere Gewächse entstehen. Neben mangelndem Licht- und Wasserangebot macht vielen von ihnen der Wurzeldruck zu schaffen. Doch es gibt Stauden, die das Unmögliche möglich machen und all diesen Widrigkeiten trotzen.

Wurzeldruck bei Baum-Unterpflanzungen
Wurzeldruck bei Baum-Unterpflanzungen
Wurzeldruck bei Baum-Unterpflanzungen

Zum Beispiel der robuste Kaukasus-Beinwell
(Symphytum grandiflorum). Mit seinen dunkelgrünen rauen Blättern kann er eine solche Fläche innerhalb kürzester Zeit vollständig begrünen. Von April bis Mai erscheinen seine traubenartigen rahmgelben Röhrenblüten, die auch von Insekten gerne besucht werden. Ist er einmal etabliert, hat er kaum Pflege nötig. Ein Tipp für den Herbst:
Heruntergefallenes Laub kann man einfach zwischen den Pflanzen liegen lassen, es dient als Winterschutz und bildet nach und nach eine neue Humusschicht.

Flachwurzelnde Gehölze bilden oft ein dichtes Geflecht, das nur schwer zu durchdringen ist. Der Balkan-Storchschnabel (Geranium macchorrizum) ist ein immergrüner Bodendecker, der sich auf Problemflächen schon oft bewiesen hat. Er schafft es, auch auf einer dünnen Erdschicht Fuß zu fassen und sich trotzdem ausreichend mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. So wächst er mit den Jahren immer näher an den Stamm heran und begrünt die Fläche ganzjährig. Er blüht von Mai bis Juli je nach Sorte in Weiß oder Rosatönen. Wurzeldruck macht ihm wenig Probleme, wesentlich schwerer tut er sich dagegen mit Staunässe.

Die beste Jahreszeit für die Unterpflanzung ist Spätsommer und Herbst, wenn die Bäume ihr Wachstum fast beendet haben und dem Boden nicht mehr soviel Wasser entziehen. Damit die Stauden einen guten Start haben, kann man etwas Komposterde aufbringen. Darüber freut sich auch die Gold-Erdbeere (Waldsteinia ternata), die ein beliebter Bodendecker für halbschattige bis schattige Standorte ist. Ihre glänzenden Blätter bilden einen dichten immergrünen Teppich, der von April bis Juni mit goldenen, schalenförmigen Blüten übersät ist und Licht in dunkle Gartenecken zaubert.

Ein gut winterharter und immergrüner Flächenbegrüner ist auch Epimedium x perralchicum ‚Frohnleiten‘. Im zeitigen Frühjahr schiebt sie ihre leuchtendgelben Blüten über das sattgrüne Laub. Im Frühjahr sollte das alte Laub zurückgeschnitten werden, um neuen Trieben Platz zu machen, jedoch nicht allzu früh, da es auch einen gewissen Schutz vor Spätfrösten bietet. Elfenblume sind ebenfalls hervorragende Laubschlucker, heruntergefallene Blätter werden im Frühjahr einfach vom Neuaustrieb der Pflanzen versteckt und müssen nicht entfernt werden. Wer eine Fläche schnell und mit nur wenigen Pflanzen begrünen möchte, kann auf den Rauling (Trachystemon orientalis) zurückgreifen. Seine rauen herzförmigen Blätter werden relativ groß, so dass man mit ca. 6 Pflanzen pro Quadratmeter auskommt. Er wird etwas höher als die bisher genannten Bodendecker, mit einer Höhe von etwa 50 cm kommt er besonders unter sehr langstämmigen Bäumen gut zu Geltung. Seine hübschen blauvioletten Blüten mit weißem Zentrum erscheinen schon im zeitigen Frühjahr, noch bevor sich die großen frischgrünen Blätter voll entfaltet haben und bringen wieder Leben in die winterkargen Beete.

Auch Gräser sind eine gute Alternative, wenn sonst nicht viel wachsen will. Die robuste Carex foliosissima ‚Icedance‘zum Beispiel, stellt kaum Ansprüche an ihren Standort und bildet durch viele kurze Ausläufer schnell immergrüne Matten. Die grünen, bogig überhängenden Blätter haben einen auffälligen weißen Rand und sind perfekt geeignet um dunkle Gartenbereiche optisch aufzuhellen. Ein weiterer Pluspunkt: die ca. 40 cm hohen und sehr dichten Horste der weißrandigen Segge lassen so gut wie kein Unkraut durch.

Wer einen unkomplizierten Herbstblüher zur Komplettierung seiner Beete sucht, ist mit der Aster ageratoides ‚Asran‘ gut beraten. Sie zaubert ab September wahre Blütenmeere aus dicht an dicht sitzenden hellvioletten Asternblüten hervor. Sie ist ein Sonnenkind, kommt aber auch mit dem Halbschatten gut zurecht. In der prallen Sonne wird sie bis ca. 80 cm hoch, doch je schattiger und trockener der Standort ist, umso kompakter bleibt diese wunderschöne Wildaster. Sie eignet sich prima für größere Flächen, da sie schnell Ausläufer bildet.