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Wintergrüne Stauden

Skulpturen im Raureif :
Der Winter scheint eine Jahreszeit zu sein, in der es im Garten nichts zu entdecken gibt, weil sich die meisten Pflanzen in der Winterruhe befinden. Doch auch wenn viele Bäume ihr Laub abgeworfen haben und die Blätter der meisten Stauden nicht mehr zu sehen sind - der winterliche Garten kann durchaus seinen Reiz haben. Im Winter wird ein ganz anderer Blick auf das in der warmen Jahreszeit grünende und blühende Paradies möglich: Strukturen, Texturen und Formen werden viel deutlicher wahrgenommen, denn es gibt viel weniger Ablenkung für das Auge. Raureif auf den Blättern lässt Strukturen noch deutlicher hervortreten und verstärkt so den ungewohnten Eindruck. Schneidet man Stauden nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurück, können die vertrockneten Blüten- oder Samenstände, von Raureif überzogen, wie verzuckerte Skulpturen wirken. Auch Fruchtstände von Gräsern scheinen im Winter durch Eiskristalle oder Tautropfen wie verzaubert und glitzern geheimnisvoll in der Wintersonne.

Blätter bis zum Neuaustrieb :
Es gibt aber auch Stauden, die sich sogar im Winter noch mit attraktivem Blattwerk schmücken. Neben den immergrünen zählen auch die wintergrünen Stauden dazu. Immergrüne Stauden behalten ihre Blätter für mehrere Jahre, wintergrüne verlieren ihre alten Blätter mit dem Neuaustrieb im folgenden Frühjahr. Bei einigen wintergrünen Staudenarten führen die kühleren Temperaturen dazu, dass sich die Blätter in der kalten Jahreszeit rötlich färben.

Pflegeleichte Blattschmuckstaude :
Eine anspruchslose und robuste, zumeist wintergrüne Staude, die sogar Schatten und Trockenheit verträgt, ist die Bergenie. Sie eignet sich zur Pflanzung unter Gehölzen oder für Blattschmuckrabatten. Ihre großen, kräftigen Blätter bilden einen reizvollen Kontrast zu feinlaubigen Pflanzen. In der warmen Jahreszeit sind die Blätter grün, im Herbst färben sie sich rötlichbraun. Reizvoll sind diese pflegeleichten Stauden auch im April und Mai, wenn die je nach Sorte weißen, rosa- oder purpurfarbenen Blüten erscheinen, die an kräftigen Stielen über den Blättern stehen.

Die Elfenblume (Epimedium) :
ist eine zarte Schönheit mit besonderer Ausstrahlung. Diese aparte, nur 20 bis 30 cm hohe Staude ist weitaus anspruchsloser als man auf den ersten Blick erwarten würde. Sie ist sehr anpassungsfähig und gedeiht an halbschattigen bis schattigen Standorten auf humosem Boden, zum Beispiel unter Bäumen oder Sträuchern, wo sie regelrechte Teppiche bilden kann. Ihre anmutigen, weißen, gelben oder rötlichen Blüten entwickeln sich im April und Mai. Sie stehen in lockeren Rispen und scheinen - beinahe wie kleine Elfen -über dem Laub zu schweben. Die dekorativen Blätter sind herzförmig und manchmal rötlich oder bronzefarben getönt. Die Blätter der wintergrünen Schwefel-Elfenblume (E. x versicolor 'Sulphureum') sind im Austrieb kupferfarben, später am Rand bräunlich gemustert und bilden einen schönen Kontrast zu den im April und Mai erscheinenden schwefelgelben Blüten. Epimedium perralderianum 'Frohnleiten' hat ebenfalls gelbe, sehr grazile Blüten. Diese Elfenblume schmückt sich in der kalten Jahreszeit mit frischgrünen Blättern, die eine schöne rötliche Zeichnung haben. Pflanzenpartner mit ähnlichen Standortansprüchen sind Bergenien, Farne, Tränendes Herz und Lungenkraut (Pulmonaria).

Bodendecker mit rötlichen Blättern :
Auch der Günsel (Ajuga reptans) ist ein reizvoller Teppiche bildender Bodendecker. Er wird nur 10 bis 15 cm hoch und gedeiht sowohl auf sonnigen als auch halbschattigen Standorten, zum Beispiel vor oder zwischen Gehölzen. Über dem dichten Laub erheben sich im Frühjahr kleine Blütentürme aus einer Vielzahl zumeist violettblauer, manchmal auch weißer oder rosafarbener winziger Blüten. Es gibt sowohl Sorten mit grünen Blättern als auch einige in ungewöhnlichen Farbtönen, zum Beispiel mit mehrfarbigen oder rotbraunen, metallisch glänzenden Blättern, die sogar im Winter sehr dekorativ sind.

Vielseitiges Staudensortiment :
Weitere schöne Stauden, die ihr Blattwerk im Winter behalten, sind das Blaugrüne Stachelnüsschen (Acaena buchananii), das Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium), Christrosen (Helleborus) und die sehr wuchsfreudige Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Auch Nelkenwurz (Geum), Purpurglöckchen (Heuchera) und einige Gräser, zum Beispiel verschiedene Seggen-Arten (Carex) und der dichte Polster bildende Bärenfell-Schwingel (Festuca gautieri), sind wintergrün.

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