Staude des Jahres

Staude des Jahres

Sedum – Robuste Lebenskünstler


Staude des Jahres

"Warum wurde denn gerade Sedum zur Staude des Jahres gewählt?", werden sich viele vielleicht fragen. Auf den ersten Blick wirkt diese Gattung möglicherweise eher unspektakulär, zieht sie doch unseren Blick nicht sofort auf sich, wie es so manche üppige Prachtstaude tut. Aber wer sich die Mühe macht und einmal genauer hinsieht, wird feststellen, dass sie kleine Tausendsassa sind, die durch Anspruchslosigkeit, Gesundheit und Schönheit bestechen. Bereits unsere Vorfahren nutzten Sedum für ihre Zwecke, denn ihre Blätter wurden nicht nur als Heilmittel gegen etliche Krankheiten wie zum Beispiel Magenverstimmung und Brandwunden eingesetzt, sondern auch auf Dächer und Mauern als Schutz gegen Blitzschlag gepflanzt. Im 17. Jahrhundert wurde dann auch der kulinarische Wert erkannt, Sedum reflexum beispielsweise gibt Salaten, Suppen und Fleischgerichten einen ganz besonderen Pfiff.


Die Art Sedum umfasst ca. 500 Arten, die ihr Verbreitungsgebiet vorwiegend in der nördlichen Hemisphäre in subtropischen bis gemäßigten Klimazonen haben. Die zurzeit erhältlichen Sorten variieren zwischen 5 und 50 cm Höhe und sind durch eine Fülle von Blatt und Blütenfarben vielseitig einsetzbar.

Die Kleinsten unter ihnen wie Sedum album, Sedum acre oder Sedum spurium bilden einen mehr oder weniger lockeren Teppich, was sie vor allem als Bodendecker für Kies und Schottergärten interessant macht, sozusagen als „Untermalung“ von Stauden, Blumenzwiebeln und Gehölzen der extrem trockenen Standorte.


"Ein wahrer Schatz mit seiner Überfülle von leuchtend gelben Blüten mit dunkelgrünen dichtbelaubten Trieben", ist laut Karl Förster das Sedum floriferum ´Weihenstephaner Gold´. Zusammen mit seinem ebenfalls immergrünen „Kumpel“ Sedum Hybridum ´Immergrünchen´ erfreuen sie uns als Flächenbegrüner, Beeteinfassung, Grabbepflanzung oder sogar als Rasenersatz an scheinbar hoffnungslosen Stellen.


Besonders attraktiv sind auch die farbintensiven Sorten wie zum Beispiel Sedum sieboldii, auch Oktoberle genannt, wegen seiner späten Blüte. Es verlangt einen warmen, vollsonnigen Standort und einen gut durchlässigen Boden. Ebenfalls wertvolle Spätblüher sind Sedum cauticolum und die Züchtung Sedum cauticolum ´Robustum´. Neben den karminroten Blüten im September und August, die noch lange nachwirken, stechen die blau bereiften und rötlich gerandeten Blätter ins Auge.


Die Krone der Sedum-Schöpfungen sind natürlich die hohen Arten. Am bekanntesten sind hier wohl Sedum spectabile und Sedum telephium. Zu letzterer zählt auch die außergewöhnliche Sorte ´Herbstfreude´, die aufgrund der langanhaltenden reichen braunroten Blüte, der Standfestigkeit ihrer Stängel, ihrer Robustheit und Langlebigkeit bereits seit 1955 ihren Platz in den Gärten behauptet. Und wenn man sie im Herbst nicht zurückschneidet, wird man im Winter mit einer traumhaften Eisschönheit belohnt.


Erst kurz im Sortiment, aber immer beliebter, werden die dunkelroten, fast schwarzlaubigen Sorten wie Purple Emperor, Xenox oder Postman`s Pride, mit denen sich atemberaubende Farbkontraste im Staudenbeet erzielen lassen.


Viele Gründe also diesen robusten Lebenskünstlern ein Plätzchen im eigenen Garten zu reservieren, nicht zuletzt um uns ein Beispiel an ihrem Umgang mit Krisensituationen zu nehmen. Um es mit den Worten eines Staudenkollegen zu sagen: „Von der Fetthenne lernen heißt siegen lernen.“


[Text Marion Hüning]


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