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Gartenkolumne: Oktoberfest mit Lady Aster

Aster novae-angliae 'Alma Pötschke'
Aster novae-angliae 'Alma Pötschke'
Wo ist das Pfauenauge mal wieder gelandet? Auf ‚Alma Pötschkes’ zuckersüßer Nektarbar. Die gute alte Rauhblattaster (Aster novae-angliae) muss unter den Schmetterlingen bekannt sein für ihre erstklassigen Blütencocktails. Schon Karl Foerster, der berühmte Staudengärtner stellte im Einführungsjahr der von Gärtner Pötschke in Angedenken seiner Frau Alma 1969 gezüchteten Sorte fest: „Ein Asterngärtchen braust auch in den späten Sommerstunden von Bienen und lockt bunte Falter auf die Farben-Büsche.“
Aster novae-angliae 'Barr's Pink'
Aster novae-angliae 'Barr's Pink'
Und wie der fuchsrot schimmernde Edelfalter mit den sonnig-wasserblau schillernden Augenflecken auf den Flügeln seinen Rüssel in das sattgelbe Blütenkörbchen taucht! Mmh – da möchte man gleich selber einen Schluck Altweibersommer-Sonnentrank schlürfen. Kann man auch! Ich kenne keine anderen Stauden, die uns so eindrücklich wie die Herbstastern anbieten: „Komm, sieh’ dich satt an Lavendelblau und Violett. Koste von ‚Septemberrubins’ Purpurrot und ‚Barr’s Pink’ Rosé. Oder schau dich bei den Glattblattastern (Aster novi-belgii) um.“ Von ihren 1000 bekannten Kultivaren sind etwa 300 in Kultur. Müsste ich mich für zwei entscheiden, es wären Karl Foersters seit 59 Jahren bewährte ‚Dauerblau’ und Stades Züchtung ‚Nachtlicht’. Deren Dunkelviolett kontrastiert zur leuchtend gelben Mitte und hat sich in unserem Garten mit einer roten, halbgefüllten Herbstchrysantheme (Chrysanthemum x hortorum) auf ein Meter Höhe zum Duett eingefunden.
Aster dumosus 'Herbstgruß v.Bresserhof'
Aster dumosus 'Herbstgruß v.Bresserhof'
Was sie singen? „O sole mio“ oder etwas in der Art. Denn am eindrucksvollsten sind Herbstastern im Sonnenlicht. Dort sollten sie auch von Standort wegen stehen. Alle Rauh- und Glattblattastern lieben vollsonnige Plätze. Als Nordamerikaner von Standorten mit nahrhaften, tiefgründigen, frisch-feuchten Böden lieben sie es auch im Garten nicht zu trocken. Mulchen beugt Austrocknen und damit dem gefürchteten Mehltau vor. Besonders anfällig für die Pilzkrankheit, die das Blattwerk weiß überzieht, sind Glattblattastern, wenn sie nach der Taubildung über Nacht nicht schnell genug abtrocknen können. Was würde Karl Foerster solchen „Müllersburschen“ pfeifen? Vielleicht das Lied „Die Mühle die braucht Wind, Wind, Wind“. Tatsächlich machen sie an freistehenden Plätzen an denen ein Lüftlein durchwehen kann, eine glänzende Figur – und das nicht nur was das Blattwerk betrifft. In England fallen unter die Art novi-belgii auch alle niedrigen Herbstastern, die bei uns unter Kissenaster (Aster dumosus) firmieren.
Aster dumosus 'Mittelmeer'
Aster dumosus 'Mittelmeer'
Als Lehrlinge im Weihenstephaner Sichtungsgarten durften wir ab und an die Sichtungssortimente bonitieren. Die höchste Auszeichnung vergaben wir regelmäßig an ‚Herbstgruß vom Bresserhof’. Das klingt schon so vollmundig. Bis heute hat sich die äußerst gesunde, kniehohe Sorte als wüchsigste aller Kissenastern erwiesen. Sechs Pflanzen rechnet man pro Quadratmeter. Natürlich will nicht jeder nur monoton rosafarbene Farbflächen pflanzen. Ob als Beetabschluss oder Farbakzent an Eckpunkten - unter den als sehr gut bewerteten Sorten stehen die reinblaue ‚Mittelmeer’, dunkelblauer ‚Professor A. Kippenberg’ und ‚Blaue Lagune’ in Himmelblau zur Verfügung. Immerhin noch einen Stern können karminrote ‚Kassel’ und weiße ‚Kristina’ aufweisen.
Aster dumosus 'Blaue Lagune'
Aster dumosus 'Blaue Lagune'
Man sollte aber nicht immer nach den Sternen greifen. Nehmen wir das Beispiel Aster x frikartii. Im gleichen Beet trägt die mit zwei Sternen als sehr gut bewertete Sorte ‚Jungfrau’ bei uns enttäuschend wenig Blüten, während der sternlose ‚Mönch’ von Juli bis Oktober mit einem ganzen Strahlenkranz violettblauer Blüten für Sternenglanz sorgt. Wir werden die beiden, gut katholisch, weiter nebeneinander stehen lassen und beobachten. Ist nicht Sortenwahl eine Glaubensfrage? „Ich glaube, die Pyrenäen-Aster ‚Lutetia’ ist die beste Einführung unseres Jahrhunderts“, hörte ich kürzlich einen Gärtner begeistert ausrufen. Die 50 Zentimeter hohe Blütenwolke gehört zu jenen beschwingt, duftigen Pflanzen, die fast drei Monate durch das Beet tanzen.
Aster dumosus 'Kristina'
Aster dumosus 'Kristina'
Die erste Begegnung hatte ich mit der hell lilafarbenen Füllstaude im Westpark in München, wo sie die Steppenpflanzung zwischen Bergminze (Calamintha nepeta ssp. nepeta) und Rutenhirse (Panicum virgatum) verzauberte. In Hella Kreiselmeyers Beetvorschlag wirbelt sie um die graue Salbei-Eminenz ‚Berggarten’ mit den schönen breiten Blättern, und lässt sich von Patagonischem Eisenkraut (Verbena bonariensis) beschirmen. Beide stehen ihr gut zu Gesicht, denn mit ihren Blütenbäusche bildet sie starke Kontraste zu graphischen Pflanzen, und ihre pastellige Farbe harmoniert mit silberlaubigen Stauden.
Aster frikartii 'Mönch'
Aster frikartii 'Mönch'
Auf die Kraft dunkelvioletter Farbe setzt ‚Veilchenkönigin’ (Aster amellus). Sie hält das Blütenzepter über fast drei Monate in der Hand. Gerade trumpft sie neben dem bereits gelb-rötlich gefärbten Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus) auf. Wer sich von ihrem Leuchten in den Garten ziehen lässt, versteht Goethe, wenn er von der Farbe als einer „sittlichen Macht“ spricht. Violett gilt als das Morphium in der Farbtherapie. Über das zentrale Nervensystem wirkt die Farbe stark dämpfend und entspannend. Ich hab’ das mal ausprobiert – habe mich in den frühen Morgenstunden der ‚Veilchenkönigin’ zu Füßen geschmissen, hing an ihren taubenetzen Zungenblüten und versenkte mich in ihren güldenen Pappushaaren (das sind die in der Mitte der Blütenköpfchen liegenden Teile aus denen der Staubbeutel wächst). Nach zehn Minuten habe ich den Versuch schlotternd abgebrochen und bin einen Kaffee trinken gegangen. Schließlich weiß ich auch so, dass man in einen Asternrausch verfallen kann.
Aster pyrenaeus 'Lutetia'
Aster pyrenaeus 'Lutetia'
Auf die Kraft dunkelvioletter Farbe setzt ‚Veilchenkönigin’ (Aster amellus). Sie hält das Blütenzepter über fast drei Monate in der Hand. Gerade trumpft sie neben dem bereits gelb-rötlich gefärbten Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus) auf. Wer sich von ihrem Leuchten in den Garten ziehen lässt, versteht Goethe, wenn er von der Farbe als einer „sittlichen Macht“ spricht. Violett gilt als das Morphium in der Farbtherapie. Über das zentrale Nervensystem wirkt die Farbe stark dämpfend und entspannend. Ich hab’ das mal ausprobiert – habe mich in den frühen Morgenstunden der ‚Veilchenkönigin’ zu Füßen geschmissen, hing an ihren taubenetzen Zungenblüten und versenkte mich in ihren güldenen Pappushaaren (das sind die in der Mitte der Blütenköpfchen liegenden Teile aus denen der Staubbeutel wächst). Nach zehn Minuten habe ich den Versuch schlotternd abgebrochen und bin einen Kaffee trinken gegangen. Schließlich weiß ich auch so, dass man in einen Asternrausch verfallen kann.
Aster cordifolius 'Blue Heaven'
Aster cordifolius 'Blue Heaven'
Auf die Kraft dunkelvioletter Farbe setzt ‚Veilchenkönigin’ (Aster amellus). Sie hält das Blütenzepter über fast drei Monate in der Hand. Gerade trumpft sie neben dem bereits gelb-rötlich gefärbten Laub der Ballonblume (Platycodon grandiflorus) auf. Wer sich von ihrem Leuchten in den Garten ziehen lässt, versteht Goethe, wenn er von der Farbe als einer „sittlichen Macht“ spricht. Violett gilt als das Morphium in der Farbtherapie. Über das zentrale Nervensystem wirkt die Farbe stark dämpfend und entspannend. Ich hab’ das mal ausprobiert – habe mich in den frühen Morgenstunden der ‚Veilchenkönigin’ zu Füßen geschmissen, hing an ihren taubenetzen Zungenblüten und versenkte mich in ihren güldenen Pappushaaren (das sind die in der Mitte der Blütenköpfchen liegenden Teile aus denen der Staubbeutel wächst). Nach zehn Minuten habe ich den Versuch schlotternd abgebrochen und bin einen Kaffee trinken gegangen. Schließlich weiß ich auch so, dass man in einen Asternrausch verfallen kann.
Aster ageratoides 'Asran'
Aster ageratoides 'Asran'
Nicht von ungefähr leitet sich der botanische Name „Aster“ von „astrum“ für Gestirn ab. ‚Lovely’ ist sicherlich eine der standfestesten Gestirnen am Asternhimmel. Fast drahtig wirken ihre grazilen Stängel, die sich duftig verzweigen. Mit ihren 60 Zentimeter Höhe passt sie sehr schön vor höhere Astern, vor allem, wenn deren im Laufe des Herbstes kahl werdenden Füße kaschiert werden sollen. Das Absterben der Grundblätter ist bei Rauhblattastern (Aster novae-angliae) naturgegeben und bei Glattblattastern (Aster novi-belgii) sortenbedingt.

In den letzten Jahren hat sich der bereichernde Ansatz moderner Gartengestalter durchgesetzt, asterlichen Blütenwogen Gräserfahnen an die Seite zu stellen. Chinaschilf ‚Yakushima Dwarf’ (Miscanthus sinensis) und die besonders schön färbenden Rutenhirse-Sorten ‚Shenandoah’ und ‚Warrior’ haben es mir diesen Herbst angetan. Und was die Farbzusammenstellung der Astern angeht, nehm’ ich mir ein Beispiel am Pfauenauge. Was seine Flügel im Kleinen an Farbspiel zeigen, lässt sich aus dem Asternsortiment mit anderen Herbstblühern und Gräsern zu einer schillernden Komposition zusammenstellen.
Beachten Sie dazu den Pflanzplan von Hella Kreiselmeyer Herbstliches Astern-Gräserbeet.
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