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Gartenkolumne: Anlageberatung

Centaurium erythraea
Centaurium erythraea
Wie gut verzinst sich Tausendgüldenkraut? Solche Fragen stelle ich mir, wenn ich das zierliche Wildpflänzchen mit den rosafarbenen Doldenrispen und dem botanischen Namen Centaurea erythraea zwischen Heide und Fingerkraut (Potentilla argentea var. calabra) wachsen sehe. Als Anleger ist man heutzutage ja völlig verunsichert. Zugegeben, das Tausendgüldenkraut ist mit seinen maximal 30 Zentimeter etwas für Kleinanleger. Aber man kann die Uhr danach stellen – und Zeit ist bekanntlich Geld. Zwischen acht und neun Uhr öffnet es seine winzigen Einzelblüten, deren Form verrät, dass es sich um ein Enziangewächs handelt. Linné hat das in Uppsala entdeckt. Das ist der berühmte Schwede, der mit seiner systematischen Nomenklatur Spekulationen darüber, ob es sich beim Stolzen Heinrich um Bergaster (Aster amellus), Nachtkerze (Oenothera biennis) oder Sonnenhut (Rudbeckia) handelt, ein sinnvolles Ende bereitet hat. Alle drei Beispiele sind übrigens echte Gewinnbringer. Die kürzeste Laufzeit hat die Nachtkerze. Als Zweijährige bildet sie im ersten Jahr eine Blattrosette. Im zweiten Jahr kommt sie zur Blüte. Danach ist die Aktie im Keller - wenn man die Samen einmal mit Wertpapieren und den Keller mit dem Boden gleichsetzen will. Selbstaussaat bedeutet aber eben auch, wieder ein Jahr warten. Ganz Schlaue kaufen daher jetzt Zweijährige. Die kommen im nächsten Jahr zur Blüte. Die Selbstgezogenen folgen im Jahr darauf. Dann blüht wieder die Saat von den frisch Gekauften. Und so weiter, und so weiter.
Phlox 'Blue Paradise' mit Knautia macedonica und Oenothera biennis
Phlox 'Blue Paradise' mit Knautia macedonica und Oenothera biennis
Das perfekte Geschäftsmodell habe ich mit einer Kombination aus Nachtkerzen, Phlox ‚Blue Paradise’ (Phlox paniculata) und Witwenblume (Knautia macedonica) gefunden. Witwenblume ist eines dieser Juwelen, die man erst als solche wahrnimmt, wenn sie wie Edelsteine in einem Schmuckstück richtig gefasst sind. Begeistert von ihren windbewegten Köpfchen und der je nach Sonnenstand wild funkelnden Farbe, pflanzte ich sie anfangs wahllos in den Garten. Sie wankte unscheinbar als Vertreterin naturhafter Gestaltung in der Gegend herum. Dann sah ich sie in einer Staudenrabatte. Die ebenso anspruchslose wie brilliante Sonnenhungrige tanzte zwischen Phlox (Phlox paniculata) und Sterndolden (Astrantia major). Man muss sie so einbinden, dass die rubinroten Blütchen von der Blütenmasse gleichzeitig gehalten werden und aus ihr hervor sprießen. Das verleiht einer Pflanzung Leichtigkeit. Phlox und Sterndolden sind solch ein solider Grundstock, solange der Boden humos, nahrhaft und nicht zu trocken ist. Auf internationalem Parkett werden im Bereich Sterndolden die roten Sorten wie ‚Ruby Star’ und ‚Hadspen Blood’ hoch gehandelt. Mir gefallen die Silberfarbenen am besten. Sie wirken auch ohne Sonnenlicht prachtvoll. Eine Holländerin erzählte mir, dass man sie in ihrer Heimat nach den edlen Knöpfen, die die Zeeländischen Bauern an ihren Kleidern trugen, „Zeeus-Knoopje“ nennt.
Astrantia major
Astrantia major
Ein Garten ohne Sterndolden sei dort undenkbar. Bei einer Blütezeit von fast vier Monaten ist das kein Wunder. Der Trick: Man schneidet verblühte Stängel beständig heraus. Vor allem die neueren Sorten remontieren. Aber selbst, wenn man das Ausputzen vergisst, hat man lange Freude an den Silberbroschen auf standfesten Stielen. Sie gehören zu jenen Stauden, die man sich aus der Nähe anschauen muss. Aus einer Trugdolde spitzt eine große Blüte hervor, unter der sich drei kleine Schmuckkörbchen ducken. Aus jeder dieser Einzelblüte entfaltet sich ein kronengleiches Döldchen, das von papierartigen Hüllblättchen umkränzt wird. Das Hübsche daran sind die rötlich und grünlichen Streifen. Bei der großblütigen Sorte ‚Buckland’ irisieren sie rosafarben wie Perlmutt. Dazu versprechen Sterndolden nicht nur Blütenrendite. Ihr dekoratives Laub macht sie vom Austrieb im Frühjahr bis zum Frost zu perfekten Beetrandstauden. Schneidet man direkt nach der Blüte das Laub radikal zurück, wie bei Frauenmantel, treiben sie noch mal frisch grün durch. Manche Sorten, wie ‚White Giant’ haben ein geradezu fettgrünes Laub. Das sagt dem aufmerksamen Gärtner etwas über den Humusbedarf. Je strotzender das Laubwerk, desto hungriger sind solche Pflanzen. Das beste Futter sind Kompostgarben. Normalerweise beginnt die Versorgung im Frühjahr. Bei Sterndolden kann es sinnvoll sein, sie im Spätherbst mit einer Extragarbe gut durch den Winter kommen zu lassen. So mache ich es auch bei den Phloxen. Nach der Blüte werden sie zwangsläufig heruntergestuft. Bis dahin hatten sie Triple A: Ansprechend, ausdauernd, aufgebunden. Rating Agenturen gibt es auf Staudenebene mit Sichtungsgärten und dem Verein Perenne. 2000 hat Perenne das Phlox-Sortiment bewertet. Eine Empfehlung erhielten Sorten wie der schneeweiße ‚David’ (Phlox amplifolia). Der Großblatt-Phlox verträgt im Vergleich zu den Paniculatas sehr viel mehr Trockenheit und Wurzeldruck. Tendenziell geht die Entwicklung in Richtung nachhaltiger Pflanzung. Stauden mit langer Lebensdauer sind gefragt. Eine von ihnen ist das Perlkörbchen. Wer die nötige Fläche hat, probiert es mit dem wuchernden Anaphalis margaritacea ‚Neuschnee’
Anaphalis margaritacea 'Neuschnee'
Anaphalis margaritacea 'Neuschnee'
Je nach Bodengüte wird es 30 bis 90 Zentimeter hoch. Gedrungener und zahmer ist Anaphalis triplinervis. Die Blütenbüschel präsentieren sich von Juli bis Oktober. Denn die beliebte Trockenblume ist selbst im Verblühen noch schön. Aufgrund ihrer Blüten habe ich sie als Rosenpartner entdeckt. Das mag vom Standort her Puristen zuwider laufen – das weißfilzige Laub der Perlkörbchen weist auf ihre Vorliebe für magere Standorte hin. Aber die perlengleichen Blüten legen Strauchrosen ein Collier um, und Sonne lieben sie auch beide. Warum also nicht in Schmuck investieren?! Als Anleger fragt man sich heutzutage ja, soll man auf Gold setzen? Die einen raten zu Aurea-Formen von Funkien (Hosta) und Buntnessel ‚Cannon’s Gold’ (Lamium maculatum). Das hellt Gartenecken immer vorteilhaft auf. Oder steigt man erst mal mit Silber ein? Auch hier gibt es bei den Buntnesseln mit ‚Lila und Silber’ eine hübsche Variante, deren Blattzeichnung mit dem auffälligen Silberstreifen auch nach der Blüte äußerst ansehnlich bleibt. Ich habe mir sagen lassen, Kupfer habe Zukunft. Also, bin ich auf die Suche nach Stauden in Kupfertönen gegangen. Ganz neu auf dem Markt sind sensationelle Sorten einer Kreuzung aus Purpurglöckchen (Heuchera) und Schaumblüte (Tiarella). Eine davon heißt ‚Sweet Tea’ (Heucherella alba) und überzeugt mit großen dekorativen Blättern. Ihr Farbspiel changiert von Braun-Orangetönen bis zu einem zimtfarbenen Stern zum Blattstängel hin. Das lässt die Aderung besonders markant heraustreten. Über dem etwa 20 Zentimeter hohen Laub stehen die hübschen weißen Blütenkerzen, die Bienen anlocken. Es macht sich im Topf hervorragend. Auf der Terrasse platziert, sehe ich es von der Küche aus, schaue vom Esszimmer drauf und habe es in der Freizeit um mich. Schätze, die die ganze Saison über attraktiv aussehen, pflanzt man an stark frequentierte Stellen.
Amsonia tabernaemontana
Amsonia tabernaemontana
Mein Insidertipp ist der Blaustern-Busch (Amsonia tabernaemontana). Die im Präriesteppen-Fonds neben Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Wolfsmilch (Euphorbia) und Mädesüß (Filipendula) hoch gehandelte Art zeigt von Juni bis Juli viele kleine, sternförmige Blüten, die hellblau leuchten. Nach einer sommergrünen Phase färben die weidenähnlichen, graugrünen Blätter in einem grandiosen Gelb. Spannend sind auch die schwarzvioletten Neuaustriebe. Der Blaustern-Busch ist allerdings etwas für lange Laufzeiten. Einmal an einem sonnigen bis halbschattigen Platz in gut dränierten Böden gepflanzt, benötigt er einige Jahre, bis er sich zu voller Schönheit entwickelt. Dann hat man aber auch so eine Art Immobilie.
Cyclamen hederifolium 'Silver Cloud White'
Cyclamen hederifolium 'Silver Cloud White'
Eine ganze Siedlung haben wir vor fast 20 Jahren mit Alpenveilchen angelegt. Der Platz zwischen Scheinhasel und Stechpalme im Schatten hoher Laubbäume war wohl überlegt. Gerade das vorfrühlingsblühende Alpenveilchen (Cyclamen coum) will im Sommer beschattet stehen, so dass die Erde um die Knollenpflanzen nicht austrocknet. Im Sommer zieht sie ein, treibt im Herbst wieder ihre rundlichen Blätter und blüht oft schon aus der Schneedecke heraus von Februar bis März. Man kann von einer gigantischen Rendite sprechen. Gerade blühen die efeublättrigen Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium). Sie gehören zu den winterhärtesten und am einfachsten zu kultivierenden Arten. Jedes Blatt hat eine andere Zeichnung. Das ist nicht nur so, wenn man die verschiedenen Sorten von weißblütiger ‚Perlenteppich’ und ‚Silver Cloud White’ bis zu rosafarbener ‚Rosenteppich’ und ‚Silver Cloud Pink’ mit unterschiedlich silbriger Blattzeichnung pflanzt. Die amerikanische Alpenveilchensammlerin Nancy Goodwin aus North Carolina hat sich einmal die Mühe gemacht die Blätter zu vergleichen. Es erging ihr wie Sophie-Charlotte, als sie mit Leibniz durch den Herrenhauser Park spazierte. Der Universalgelehrte hatte die Prinzessin aufgefordert, ihr zwei Blätter zu zeigen, die miteinander identisch seien. Sie konnte keines finden. Überzeugt stimmte sie mit dem Philosophen überein, dass die Natur „an keiner Stelle so einfallslos sei, sich zu wiederholen.“ Was die Natur dagegen gerne tut, ist, sich zu vervielfältigen. Und hier kommt wieder unsere Anlageberatung ins Spiel: So wie man Geld für sich arbeiten lassen kann, vertraut man im Fall von Alpenveilchen auf die wundersame Vermehrung. Nancy Goodwin berichtet, wie sie Herbst für Herbst ihre efeublättrigen Alpenveilchen zählte, um zu sehen, ob sie ihr Vermögen noch beisammen habe: „Ich hatte immer mehr – sie verwilderten. Ich bemerkte aber auch, dass die Pflanzen an einigen seltsamen Plätzen wuchsen. In einem Jahr sammelte ich die Samenkapseln kurz vor ihrer Reife und lagerte sie im Haus. Am nächsten Morgen waren alle Samen verschwunden! Ameisen hatten eine Straße quer durch die Küche errichtet und alle von der Theke gestohlen.“ Umsonst trägt der Arbeiterstaat natürlich nicht zum Wachstum bei. „Elaiosomen“ lautet das Schnäppchen-Wort. Das nährstoffhaltige Anhängsel des Alpenveilchensamens lockt die Ameisen an. Sie tragen die Beute in alle möglichen Ecken und Ritzen. So machen sie es auch mit Lerchensporn (Corydalis solida), Waldveilchen (Viola reichenbachiana), Haselwurz (Asarum europaeum) und Stängelloser Schlüsselblume (Primula vulgaris).
Melittis meliss. 'Royal Velvet Distinction'
Melittis meliss. 'Royal Velvet Distinction'
Mit Schlüsselblumen soll sich ja der höchste Gewinn erzielen lassen. 35,9 Millionen Euro! Okay, das war vor zwei Jahren. Henri Matisses „Gelbe Schlüsselblumen“ gingen als teuerstes Gemälde auf dem internationalen Kunstmarkt über das Versteigerungspult. Ein schönes Frühlingsbild pflanzt man mit ihnen jetzt allemal. Eine wenig bekannte Gehölzrandstaude, die ab Mai blüht, ist das Immenblatt (Melittis melissophyllum). Man investiert da ökologisch korrekt. Das Lippenblütlergewächs – weiße Blüten mit roter Lippe, ist eine attraktive Bienenpflanze, dessen Blätter würzig nach Honig duften. Die gehobene Variante stellt die orchideenblütige Sorte ‚Royal Velvet Distinction’ dar. Ihr Blatt verströmt bei Kontakt Zitronenduft. Dazu passen kleine Kostbarkeiten wie Glöckchentraube (Liriope muscari) und Ahornblatt (Mukdenia rossii). Beide haben den Vorteil, dass sie glänzend dastehen, wenn das Immenblatt weniger attraktiv wirkt. Das frühjahrsblühende Ahornblatt, dessen Steinbrechartige Blütenhälse vor den Blättern erscheinen, zeigt eine wunderschöne Herbstfärbung. Glöckchentrauben bestechen durch ihre immergrünen, grasartigen Laubbüschel und blühen von August bis Oktober in einer Zeit, in der in schattigen Partien Sendepause herrscht. Analysten werden dazu raten, noch ein paar Schattengräser und Farne einzubauen. Ist das Portfolio einmal zusammengestellt, verfolgt man die Entwicklung gespannt. Für den gesamten Lebensbereich Gehölz und Gehölzrand gilt: Keine unnötigen Transaktionen! Umpflanzen sollte nur wohl überlegt erfolgen, Hacken möglichst ganz unterbleiben. Jede Störung macht „die Märkte“ nervös. Und auch das haben Stresstests bewiesen: Die Kapitaleinlage muss gesichert sein. Was Bäume und Sträucher hinblättern, darf der Gärtner nicht abheben, also harken. Zumindest ein Teil des Falllaubs sollte liegen bleiben. Die Blattmasse versorgt die Schattenstauden mit dem notwendigen Humus. Da man ja weiß, dass man Kapital streut, wenn es krisensicher sein soll, setze ich nicht nur auf die Schattenwirtschaft. Schätze sind auch im sonnigen Steingärtchen im Vorgarten gelagert. Eine echte Entdeckung sind die Stachelnüsschen (Acaena microphylla). Abgesehen von den Blattteppichen, begeistern die Stachelfrüchte der roten Sorten im Gegenlicht.
Acaena microphylla 'Kupferteppich'
Acaena microphylla 'Kupferteppich'
‚Kupferteppich’ hat mich bereits überzeugt. ‚Roter Läufer’, eine Züchtung aus dem Hause Stauden Stade wird die nächste Investition. Sie bringt den Zusatzgewinn einer teilweise orangeroten Herbstfärbung. Von den Bodendeckern setzt man am besten gleich mehrere Exemplare. Schön ist es, Flächen zu schaffen, in denen sich kleine Felsformationen und Gesteinssplitt mit den Polstern abwechseln. Das sieht nicht nur steinreich aus, sondern ist auch für die Sinne ein Gewinn. Wie sich das anfühlt, über die Teppichpflanzen zu streicheln und die stacheligen Früchte anzufassen! Angeblich investieren wohlhabende Käufer vermehrt in Vermögensformen mit fühlbaren Werten. Da sind wir Staudenfreunde unserer Zeit schon immer voraus gewesen!
Beachten Sie dazu den Pflanzplan Anlageberatung von Hella Kreiselmeyer.
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