Stauden-Schnellsuche: [Weitere SuchoptionenSuche erweitern][Suche zurücksetzenSuche zurücksetzen]
Lebensbereich
Lichtverhaeltnis
Bodenverhaeltnis
nur Artikel mit Bild
Offene Gärten:
Gärten öffnen Ihre Pforten 2012
Offene Gärten: Gärten öffnen Ihre Pforten
Kompetenz

Gartenkolumne: Fa(r)ntastisch

Dryopteris goldiana
Dryopteris goldiana
„Wie könnte das aussehen?“, muss sich die Natur eines Tages gefragt haben. Es wird so um das 400 bis 350millionste Jahr vor Christus gewesen sein. Da war sie nicht mehr zufrieden mit beschuppten Stengeln, gabelig verzweigten Sprossen und dem ganzen Grünalgenzeug. „Die sind ja ganz schön, diese Bärlappe, Schachtelhalme und Moose“, wird die Natur gedacht haben, „aber mir schwebt da etwas ganz Neues vor. So etwas fiederrippig Wedelartiges.“ Und sie begann vom Stiel einer Mittelrippe seitwärts Fiedern abzuzweigen. Sie schuf das Blatt.

Und mit dem Blatt entstand der Wurmfarn in riesenfacher Ausführung mit bis zu 1,50 Meter langen Wedeln eines Dryopteris goldiana und Miniaturausgaben wie dem Duftenden Zwergwurmfarn (Dryopteris fragrans), dessen Wedel es höchstens auf 12 Zentimeter Länge bringen. Die Natur widmete sich dem Urweltthema. Hervor trat der Königsfarn (Osmunda regalis). Den ließ sie erst seine fertilen Wedel entfalten, bevor die doppelt gefiederten Blattwedel austreiben – ein Umstand, der in der Gartengestaltung später von großem Zierwert sein sollte.
Osmunda regalis
Osmunda regalis
Nach dieser Großtat mag die Natur die Gattung der Schwertfarne variiert haben. Sie nannte ihr Werk meist zweifach gefiederter lanzettlicher Wedelträger Glanzschildfarn. Dem ersten der Reihe gab sie den Künstlernamen Polystichum aculeatum und vermerkte für spätere Schaffensphasen: „zur Vergesellschaftung diverse Zwiebelblumen und Blütenpflanzen à la Christrose und Primel kreiieren.“

Doch bevor sie am Rad der Entwicklungsgeschichte der Blütenpflanzen drehte, galt es Blattkreationen von trichterförmigem Straußfarn (Matteuccia struthiopteris) bis zu rosettenförmigem Schriftfarn (Ceterach officinarum) zu vollenden. So schuf die Natur an die 50 winterharte Farnarten nach dem gleichen Blattmuster-Schema. Und weil ein Künstler erst zum Künstler wird, wenn er das Unerwartete tut, wich sie zweimal von ihrem gelungen „Fiedern bis zur 4. Ordnung“ ab. Einmal beim Gabelstreifenfarn (Asplenium septentrionale), dem sie eine Geweihstruktur verpasste und bei einer unserer vielleicht schönsten Gattungen namens Adiantum. „So“, sagte die Natur, „du sollst aus schwach kriechenden Rhizomen zeitig im Farnjahr dünne, drahtige Stengel senkrecht emportreiben. Und deine waagerechten Zweige sollen Rad schlagen wie ein Pfau!“ Noch stärker an die tropischen Frauenhaarfarne als der Pfauenradfarn (Adiantum pedatum) erinnert der Himalaya-Venushaarfarn (Adiantum venustum). Kaum traut man den zarten wirkenden Fächerpflanzen zu, dass sie absolut unempfindlich und kälteresistent sind. Wie fast alle Farne muss man lediglich auf ausreichend Feuchtigkeit und einen humosen Boden achten.
Matteuccia struthiopteris
Matteuccia struthiopteris
Vor kurzem nahm sich eine Gartenfreundin ein Teilstück des anmutigen teppichbildenden Venusfarns mit den Worten mit: „Ja so etwas Entzückendes habe ich ja noch nie gesehen.“ „Jaja“, wird die Natur gedacht haben, „da staunt ihr. Und wie werdet ihr erst staunen, wenn ihr Schneeglöckchen, Lerchensporn und Buschwindröschen dazu pflanzt.“ Jetzt im Herbst haben sich die dunkelgrünen Wedel bereits bronzefarben gefärbt, und bleiben über Winter stehen. Manchmal liest man, die alten Wedel vor dem Neuaustrieb abzuschneiden, um diesen nicht zu behindern. Unserer Erfahrung nach, zerfällt das Laub von sich aus und bildet so seine eigene Humusdecke. Man muss also nichts weiter tun, als sich am Schauspiel der Blattschmuckpflanze vom hellgrünen Austrieb bis zur Herbstfärbung zu freuen.
Adiantum pedatum
Adiantum pedatum
Farne sind ja meist nicht das, was Gärtneraugen zum Leuchten bringt - auch wenn ihre Vorfahren, die Biomasse für Steinkohle lieferten. Sie haben nichts schreiend Aufdringliches. Ein Frauenfarn (Athyrium) wird meist erst wahrgenommen, wenn er eine silbrig-rötliche Färbung trägt, wie die begehrte Sorte ‚Metallicum’ (A. niponicum). Sie spielen nicht mit beim „immer schneller, immer großartiger“. Manche wie den Sumpflappenfarn (Thelypteris palustris) muss man fast mit der Lupe suchen. Und für schwer zu vermehrende Wildarten wie den heimischen Rippenfarn (Blechnum spicant), dessen Schönheit sich erst bei einer fast kontemplativen Betrachtung erschließt, braucht es Geduld.

Aber gerade das, macht Farne vielleicht so wertvoll für unsere heutige Zeit. Sie strahlen so eine beharrliche Ruhe aus. Sie versichern uns mit ihrer Verlässlichkeit: „Die Jahreszeiten kommen und gehen, aber wir überdauern alles!“ Schopfartige Exemplare wie Frauen- und Wurmfarn zaubern einen Blumenstrauß ohne Blumen. Bodendeckende Arten wie Engelsüß (Polypodium vulgare) erinnern uns daran, dass jede Pflanzung auch eines Unterbaus bedarf. Seltenheiten wie der schon aufgrund seiner Höhe bis 1,20 Meter herausragende Nepal-Schwarzschuppenfarn (Dryopteris wallichiana), mit dem auffallend schwarz beschuppten Austrieb und den wunderbar glänzenden, wintergrünen Wedeln, entführen uns in eine andere Welt.
Polystichum setiferum 'Dahlem'
Polystichum setiferum 'Dahlem'
Und dann sind da natürlich diese unglaublichen botanischen Namen, die es allein schon wert sind, einen Gymnocarpium dryopteris unter dem Eichenbaum anzusiedeln oder einen Thelypteris decursivepinnata als Tausendfüßlerimitat in Wassernähe herumkriechen zu lassen. Was meinen Sie, wie ich mich fühle, wenn ich Gartengästen unsere Schildfarne anpreise: „Also bei Polystichum setiferum schwöre ich ja auf ‚Plumosum Densum’, auch wenn Frau X meint ‚Herrenhausen’ und Herr Y ‚Proliferum’ seien da mit ihrem Wintergrün zu bevorzugen.“ Sie können sicher sein, dass irgendein Fa(r)natiker ‚Pulcherrimum Bevis’ besser findet, weil die Spitzen leicht überhängen oder die Sorte ‚Dahlem’, weil er sich Berlin besonders verbunden fühlt. Und wenn dann noch ein paar Weitgereiste unter den Spezialisten sind, fällt bestimmt die Art „tsus-simense“, die man in Japan im Original gesehen haben will, und die jetzt im eigenen Garten an einer geschützten Stelle im Steingarten stehe. Dann zuck’ ich mit dem „Wimpernfarn“ (Woodsia obtusa) und denke mir, „einer ist so schön wie der andere“. Was hat sich die Natur da Geniales ausgedacht!
Beachten Sie dazu den Pflanzplan von Hella Kreiselmeyer Farngärtchen.
Zum Warenkorb Seite empfehlen Zur Kontaktseite Highlights anzeigen
Kundenkonto
TASPO Awards 2010
Staudenkulturen Stade Finalist TASPO Awards 2010 'Bester Internetauftritt'
Finalist bei den TASPO Awards 2010 in der Rubrik 'Bester Internetauftritt' !
Empfehlungen
Knautia macedonica 'Mars Midget' - (Mazedonische Witwenblume) Agastache rugosa 'Blue Fortune' - (Garten-Duft-Nessel)
Phlox paniculata 'Blue Paradise' - (Hohe Beet-Flammenblume) Gaura lindheimeri 'Whirling Butterflies' - (Prachtkerze)
Helenium hybrida 'Sahins Early Flowerer ®' - (Garten-Sonnenbraut) Anemone japonica 'Wirbelwind' - (Garten-Herbst-Anemone)
Geranium wallichianum 'Rozanne ® (= Jolly Bee)' - (Garten-Storchschnabel) Agastache rugosa 'Black Adder ®' - (Garten-Duft-Nessel)
Diese Seite weiterempfehlen | Impressum | Unsere AGBs | © 2000 - 2011 Staudenkulturen Stade