Nutzgärten mit hohem Zierwert :
Bauerngärten faszinieren mit ihrem farbenfrohen Miteinander unterschiedlichster Pflanzenarten. Sie erinnern mit ihrer bunten Vielfalt an die ländliche Idylle längst vergangener Zeiten. Diese Gärten erfüllten früher gleich mehrere Aufgaben: Neben Gemüse wuchsen dort auch Kräuter für die Küche und Heilpflanzen für die Hausapotheke. Der typische Bauerngarten war jedoch kein reiner Nutzgarten, vielmehr vereinte er das Notwendige mit dem Schönen. So wachsen dort auch zahlreiche üppig blühende Pflanzen, die vom Frühjahr bis spät in den Herbst hinein Farbe in den Garten bringen und so einen schönen Kontrast zum Grün der Nutzpflanzen bilden.
Entscheidend: Die Pflanzenzusammenstellung :
Inspiriert von den Klostergärten und den formalen Gärten des Barock, fanden sich im klassischen Bauerngarten oft quadratische oder rechteckige Beete mit kreuzförmig verlaufenden Wegen. Die Einfassung der Beete bestand zumeist aus langsam wachsendem Buchsbaum. Doch auch niedrige Stauden wie etwa das goldgelb blühende Steinkraut (Alyssum saxatile) oder der ebenfalls gelb blühende Mauerpfeffer (Sedum acre) wurden später gerne als Rahmen verwendet. Ein Bauerngarten muss jedoch nicht unbedingt diese traditionelle Beeteinteilung aufweisen. Es ist vielmehr die Kombination von Blumen, Gemüse, Heilpflanzen und Gewürzkräutern, die für diesen Gartenstil typisch ist. So lassen sich selbst ein Vorgarten oder eine kleine Ecke hinterm Haus in einen Bauerngarten en miniature umwandeln. Ideal ist ein warmer, sonniger und vor Wind geschützter Standort, an dem sich die Pflanzen am besten entwickeln können.
Verführerischer Duft :
Der Große Stauden-Phlox (Phlox paniculata-Sorten) blüht von Juli bis September. Die Blüten verströmen einen angenehmen Duft. Mit den großen Blütenständen in zarten, frischen Blütenfarben haben sie eine gute Fernwirkung. Das Spektrum reicht von Weiß über die unterschiedlichsten Nuancen von Rosa und Rot bis hin zu den verschiedensten Violett-Tönen.
Auch die Glockenblume (Campanula), die Staude des Jahres 2001, passt gut in einen Bauerngarten. Mit ihren glocken- bis sternförmigen Blüten sind diese zierlichen Pflanzen ein reizvoller Blickfang. Die Farbpalette umfasst neben Weiß und Rosa eine Fülle von Blaunuancen. Die Vielzahl an Arten macht es möglich, dass man sich vom Frühsommer bis zum Herbst an diesen zumeist in zarten Pastelltönen blühenden Stauden erfreuen kann. Glockenblumen sind äußerst vielgestaltig und eignen sich deshalb für die unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten. Die Hängepolster-Glockenblume (C. poscharskyana) wird nur 15 cm hoch. Sie kann gut wie ein blühender Teppich über Steine und auf Mauern wachsen. Die 50 bis 60 cm hohe Knäuelglockenblume (C. glomerata) schmückt sich mit zahlreichen, in dichten Knäueln zusammenstehenden Blüten. Die Pfirsichblättrige Glockenblume (C. persicifolia) wird sogar bis 80 cm hoch. Im Sommer erscheinen weit geöffnete, je nach Sorte blaue oder weiße Blütenglocken.
Mit ihren großen, prachtvollen Blüten gehört auch die Pfingstrose (Paeonia) zu den eindrucksvollsten Pflanzen des Bauerngartens. Typisch für diese Gärten ist die Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis-Sorten). Paeonien blühen im Mai und Juni in den unterschiedlichsten Nuancen von Weiß über Rosa und Apricot bis hin zu dunklem Karminrot. Es gibt mittlerweile zahlreiche Sorten mit einfachen oder mit fast ballförmigen, dicht gefüllten Blüten. Pfingstrosen sind äußerst langlebige Stauden, die von Jahr zu Jahr schöner werden, wenn man sie möglichst ungestört wachsen lässt und ihnen ausreichend Platz bietet. Wichtig für eine gute Entwicklung und Blütenbildung ist auch, dass sie nicht zu tief gepflanzt werden.
Vielfalt in Blau :
Der bis zu 180 cm hohe Rittersporn (Delphinium) ist ebenfalls eine auffallende Erscheinung im sommerlichen Bauerngarten. Er schmückt sich von Juni bis Juli mit langen, schlanken Blütenkerzen. Die Palette der Blütenfarben umfasst alle erdenklichen Nuancen vom zarten Hellblau bis zu intensivem Violettblau sowie Weiß und Rosa. Werden die Pflanzen nach der Blüte bis in Bodennähe zurückgeschnitten, blühen sie im Herbst noch mal.
Sommersträuße für die Wohnung :
Viele dieser Stauden machen nicht nur im Garten eine gute Figur, sondern sind auch ein schöner Schmuck für die Wohnung. Neben Rittersporn, der Knäuelglockenblume und dem Großen Stauden-Phlox eignen sich zum Beispiel auch die Schafgarben für schöne Sommersträuße. Sie blühen von Juni bis August. Die auffälligen Blütenschirme bestehen aus unzähligen kleinen Einzelblüten. Außer gelb blühenden Sorten gibt es auch Schafgarben mit weißen, rosafarbenen oder roten Blüten. Ein Schnitt für die Vase schadet den Pflanzen übrigens nicht, sondern er fördert sogar die Bildung neuer Blüten.